Elektroneurographie

 

Der Nerv funktioniert ähnlich wie ein Elektrokabel, das einen elektrischen Impuls leitet. Auch der Aufbau eines Nervs ähnelt dem eines Elektrokabels: Grob gesehen besteht er aus dem eigentlichen stromleitenden Kabel, Axon genannt, und einer das Axon umgebenden Isolierschicht, der Mark- oder Myelinscheide. Je dicker die Myelinscheide ist, desto rascher wird elektrische Erregung fortgeleitet.
Jedem Nerven sind bestimmte Muskeln zugeordnet, die bei einem elektrischen Impuls erregt werden. Dies resultiert in einer sichtbaren Bewegung des Muskels.

Gibt man einen kleinen elektrischen Stimulus über dem Nerven ab, kann man die Reizantwort über dem sogenannten Kennmuskel mittels eines speziellen Geräts ableiten. Damit erhält man Informationen über die Intaktheit beziehungsweise Schädigung des Nerven.

Störungen der Myelinscheide führen dazu, dass die Erregung mit verminderter Geschwindigkeit geleitet wird. Ist hingegen das Axon gestört, so wird die Erregung zwar mit normaler Geschwindigkeit, aber nicht mehr vollständig geleitet, d.h. der gemessene Ausschlag (die sog. Amplitude) wird niedriger.

Die Untersuchung kann gelegentlich als etwas unangenehm empfunden werden, ähnlich wie das Berühren eines „Kuhzauns, der unter Strom steht“. Sie ist aber harmlos, beliebig oft wiederholbar und unschädlich für den Körper.

Mittels der Elektroneurographie können Engpasssyndrome wie zum Beispiel ein Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert werden. Sie erlaubt zudem eine Aussage über die Funktion der Nerven wie zum Beispiel bei einer Polyneuropathie.


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